Evidence Based Medicine

Antibiotika-Prophylaxe vor Einlage einer intrauterinen Spirale

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Randomised controlled trial of prophylactic antibiotics before insertion of intrautrine devices.

Walsh T., Grimes D., Frezieres R., Nelson A., Bernstein L., Coulson A., Bernstein G. et al.: Lancet 1998; 351: 1005-1008.

Fragestellung

Das Ziel der Arbeit war die Evaluation der Wirksamkeit einer antibiotischen Prophylaxe bei Einlage einer intrauterinen Spirale (IUD).

Art der Studie

Randomisierte, plazebo-kontrollierte Studie über 3 Monate.

Ort

Multizenterstudie in 11 Kliniken von Los Angeles, Kalifornien USA.

Patientinnen

1985 Frauen wurden randomisiert. Hiervon erhielten 118 Frauen (6%) aus verschiedenen Gründen kein IUD. 1867 Frauen wurde ein IUD eingelegt und nahmen schliesslich an der Studie teil, wovon 933 Azithromycin und 934 Plazebo erhielten. 98% der Teilnehmerinnen konnten während mindestens 90 Tagen beobachtet werden.

Intervention

Randomisierte Abgabe von entweder 2 Azithromycin-Kapseln Ú- 250 mg oder 2 gleich aussehenden Plazebo-Kapseln eine Stunde vor Einlage der Spirale (Copper T 380A).

Hauptmessparameter

Anzahl IUD-Entfernungen innerhalb von 90 Tagen als Indikator für akute oder subakute Entzündungen im kleinen Becken. Berücksichtigt wurden alle Ursachen mit Ausnahme spontaner Ausstossungen.

Hauptresultate

Bei 3,8% der Patientinnen in der Azithromycin-Gruppe musste innerhalb von 90 Tagen die Spirale entfernt werden. In der Plazebo-Gruppe war dies bei 3,4% der Frauen notwendig (RR 1,1, 95% CI 0,7-1,8). Die häufigsten Gründe hierzu waren starke Blutungen, Krämpfe oder Abdominalschmerzen. Die Rate der spontan ausgestossenen Spiralen (ganz oder teilweise) betrug 3,5% in der Antibiotika-Gruppe und 3,4% in der Plazebo-Gruppe (RR 1,0, 95% Cl 0,6-1,7). Vollständig ausgestossen wurden lediglich 2D

Konklusion der Autoren

Bei adäquater Patientenauswahl ist das Risiko einer Endometritis oder Adnexitis nach Spiraleneinlegung vernachlässigbar und nicht abhängig von einer antibiotischen Prophylaxe mit Azithromycin vor dem Eingriff.

Kommentar

Die bekannte Assoziation zwischen IUD und Genitalinfektion hat auch schon zu amtlichen Einschränkungen der Anwendung der Spirale geführt, namentlich in den USA. Nicht verwunderlich, dass gerade hier die Wirksamkeit einer antibiotischen Prophylaxe während der Einlage evaluiert wurde. Die Grösse des Patientenkollektives, der randomisierte, plazebo-kontrollierte Studienaufbau sowie die Publikation in einem renommierten Journal lassen eine zuverlässige Beantwortung der Fragen erwartenNLetztlich bleibt als Hauptaussage dieser aufwendigen Studie die Tatsache, dass sich die vorzeitig notwendige Entfernung einer Spirale innerhalb

90 Tagen (aus welchen Gründen auch immer) nicht durch eine antibiotische Prophylaxe mit Azithromycin reduzieren lässt.

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Korrespondenzadresse: PD Dr. R.A. Steiner, Kantonales Frauenspital Fontana, 7000 Chur