Follow up policy after treatment for Hodgkin's disease: too many clinical visits and routine tests? A review of hospital records.Radford J. A., Eardley A., Woodman C., Crowther D.: BMJ 1997; 314: 343346. |
Überprüfung des Wertes von Routinekontrollen zur Rezidivdiagnosoe bei Patienten, die wegen eines Morbus Hodgkin behandelt wurden.
Analyse von Krankengeschichten.
Manchester, United Kingdom.
210 Patienten, die zwischen 1984 und Ende 1990 in einem Chemotherapieprotokoll wegen eines Morbus Hodgkin behandelt wurden und eine Remission erreichten.
2512 ambulante Kontrollen wurden durchgeführt und dabei 37 Rezidive entdeckt. 30 Rezidive (81%) kündigten sich durch Symptome (vergrösserte Lymphknoten, Husten, Nachtschweiss, Gewichtsverlust und andere), über die die Patienten klagten, an. Nur 4 (11%) Rezidive wurden bei der Routinekontrolle durch den Arzt entdeckt.
Rezidive bei behandelten Hodgkin-Patienten wurden in über 80% durch die Abklärung von Symptomen, die der Patient angab, diagnostiziert, nicht durch Routineuntersuchungen asymptomatischer Patienten. Die Autoren schlagen folgenden Kontrollplan vor: 4 Kontrollen im ersten Jahr, 3 im zweiten Jahr, 2 im dritten Jahr, anschliessend jährliche Kontrollen. Die Patienten sollten instruiert werden, bei Symptomen sofort den Arzt aufzusuchen.
Mit Kontrolluntersuchungen nach Hodgkinbehandlungen will man Rezidive frühzeitig erfassen und Therapienebenwirkungen dokumentieren. Die frühzeitige Rezidiverfassung bei Hodgkin-Patienten ist wichtig, da auch bei Rückfällen heute kurative Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Die vorliegende Arbeit zeigt eindrücklich, dass nicht die Kontrollen durch den Arzt sondern die Selbstbeobachtung des Patienten wichtig sind und somit die Konklusion der Autoren, die Patienten gut zu instruieren und weniger zu kontrollieren, vorbehaltlos unterstützt werden kann.