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Abstract der systematischen Review:

Psychologische Kurzinterventionen («Debriefing») zur Behandlung un mittelbar Trauma-bedingter Symptome und Prävention des posttraumatischen Stress-Syndroms

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Brief psychological interventions («debriefing») for the treatment of immediate trauma related symptoms and the prevention of post traumatic stress disorder
S. Wessely, S. Rose, J. Bisson:
Datum der letzten gründlichen Überarbeitung: 11. Dezember 1998

Ziel und Hintergrund

Ziel dieses Reviews war es, die Wirksamkeit sog. kurzer psychologischer «Debriefings» zur Behandlung posttraumatischer psychologischer Störungen und zur Prävention des posttraumatischen Stress-Syndroms zu bewerten.

Suchstrategien

Eine elektronische Recherche wurde in MEDLINE, EMBASE, PsychLit, PILOTS, Biosis, Pascal, Occ.Safety and Health, CDSR und im Studien register der Depression, Anxiety and Neurosis Group durchgeführt und das Journal of Traumatic Stress manuell durchsucht. Führende Forscher wurden kontaktiert.

Auswahlkriterien

Als Einschlusskriterium für alle randomisierten Studien galt: Der Schwerpunkt lag auf Personen, die kürzlich ( 1 Monat) einem traumatischen Ereignis ausgesetzt waren; die Intervention umfasst lediglich eine einzige Sitzung und eine beliebige Form emotionaler Verarbeitung/«Ventilation» durch Ermutigung zu Erinnerung/Wiedererleben des traumatischen Ereignisses, die von einer Normalisierung der emotionalen Reaktion auf dieses Ereignis begleitet ist.

Datensammlung und -analyse

Acht Studien erfüllten die Einschluss kriterien. Die Studienqualität war im allgemeinen schlecht. Aus zwei Studien konnten die Daten nicht zusammen gefasst werden.

Hauptresultate

Ein individuelles Debriefing in einer einzigen Sitzung führte weder zur Verminderung der psychologischen Belastung noch verhinderte sie einen Ausbruch des posttraumatischen Stress-Syndroms (PTSD). Die Patienten der Interventionsgruppe zeigten keine signifikante kurzfristige (3 bis 5 Monate) Senkung des PTSD-Risikos (gepoolte Odds Ratio 1,0; 95% CI 0,6–1,8). Nach einem Jahr berichtete eine Studie über ein signifikant erhöhtes PTSD- Risiko bei den Patienten der Interven tionsgruppe (Odds Ratio 2,9; 95% CI 1,1–7,5). In der gepoolten Odds Ratio für die beiden Studien mit Nachbeobachtung wurde nur Einheitlichkeit berücksichtigt (Odds Ratio 2,0; 95% CI 0,9–4,5).

Es lag auch keine Evidenz vor, dass allgemeine psychologische Morbidität, Depression oder Angstzustände durch die Intervention vermindert wurden.

Schlussfolgerungen

Gegenwärtig liegt keine Evidenz vor, dass das psychologische Debriefing eine nützliche Therapie zur Prävention des posttraumatischen Stress-Syndroms darstellt. Auf das obligatorische Debriefing von Trauma-Opfern sollte verzichtet werden.

The Cochrane Library (I. Ausgabe 2000)

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wwwadmin@hanshuber.com,29. Mai 2000